Die Biene

Unser Verein hat bei der Honigprüfung 2014 den 6. Platz gemacht und dafür ein Buch über Bienen bekommen. Folgende Informationen sind aus diesem Buch zusammengefasst:

  1. Seit wann gibt es Bienen u. Bienenhaltung?
  2. Wer lebt im Bienenvolk?
  3. Was fressen Bienen?
  4. Schlafen Bienen?
  5. Wie verständigen sich Bienen?
  6. Wie pflanzen sich Bienen fort?
  7. Warum sind Bienen so wichtig?
  8. Der Körper der Biene
  9. Wissenswertes

1. Seit wann gibt es Bienen u. Bienenhaltung?

Die bisher ältesten Funde einer Biene wurden 2006 in Myanmar gefunden. Das Alter des in Bernstein eingeschlossenen Tieres wird auf 100 Millionen Jahre geschätzt. Zu diesem Zeitpunkt traten die Blütenpflanzen in Erscheinung. Das versteinerte Tier hat Merkmale von fleischfressenden Wespen als auch von pollensammelnden Bienen.

In Deutschland gibt es rund 530 Bienenarten, die meisten davon sind Wildbienen.

Bienenhaltung gibt es seit ca. 10000 bis 6000 Jahren vor Christus. Das beweist eine Höhlenzeichnung in der spanischen Provinz Valencia, die eine Person bei der Honigjagd darstellt. Nähere Informationen gibt es hier.

2. Wer lebt im Bienenvolk?

Im Bienenvolk leben 3 unterschiedliche „Tiere“:

a) die Königin, b) die Arbeiterbiene und c) der Drohn (Mann)

a) Die Königin ist ca. 20-25 mm groß und hat einen langen Hinterleib. Sie ist die Einzige im Volk, die Eier legt. Es gibt in der Regel auch nur eine davon. Sie tut den ganzen Tag nichts anderes, als Eier zu legen. Sie gibt einen Duft ( Pheromon) von sich, der von den anderen Bienen weitergegeben wird. Dieser signalisiert: Es ist alles in Ordnung. Ich bin da. Ich bin gut drauf. Uns kann nichts passieren. Wenn der Duft schwächer wird oder aus bleibt, wissen die Bienen: Jetzt müssen wir die Königin ersetzen. Eine Königin braucht zum Entstehen Platz (eine besonders große Zelle – die Weiselzelle), besonderes Futter – das Gelee Royale , dann schlüpft sie nach 16 Tagen.

b) Die Arbeiterinnen sind die Bienen, die wir so in der Natur fliegen sehen. Im Sommer leben in einem Volk ziemlich viele davon, 60000 und mehr. Alle Bienen machen erst Innendienst, später Außendienst. Wenn sie nach 21 Tagen aus den Zellen schlüpfen, werden sie Zellen putzen, die Larven pflegen und ernähren, das Wachs produzieren und verarbeiten, den Nektar zu Honig machen, den Pollen entgegen nehmen und lagern. Manche werden auch den Eingang bewachen, die Königin versorgen, die Brut heizen oder die anderen Heizerbienen versorgen. Möglicherweise entscheidet die Wärme im Brutnest darüber, ob sie „nur“ die allgemeinen oder die „besonderen“ Aufgaben erledigt.

Danach fliegt die Biene im Außendienst und sammelt Wasser, Nektar, Pollen, Harz und bringt es zur Versorgung des ganzen Volkes nach Hause. Sie lebt im Sommer ca. 25 – 40 Tage, im Winter ca. 6-7 Monate.

c) Der Drohn, der Mann, lebt nur im Sommer. Er entsteht aus einem Ei der Königin, das nicht befruchtet ist. Der Drohn hat also keinen Vater. Er ist größer als die Biene, die 2 großen Augen sind nicht zu übersehen. Er kann nicht arbeiten, hilft nicht, muss gefüttert werden. Seine einzige Aufgabe ist es, jeden Tag seines 4 – 8 Wochen langen Lebens mittags auszufliegen, um an Begattungsplätzen auf Königinnen zu warten, die auf „Hochzeitsreise“ sind. Wenn er sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt hat, paart er sich mit der Königin und stirbt dann. Die anderen Drohnen sterben, wenn im Herbst keine Drohnen mehr gebraucht werden und die Arbeiterinnen diese dann aus dem Volk jagen. Drohnen brauchen zur Entwicklung 24 Tage, es gibt im Volk zwischen 2000 und 10000 von ihnen.

3. Was fressen Bienen?

Bienen sind Vegetarier (im Gegensatz zu Wespen). Sie besuchen Blüten, um den Nektar (Blütensaft) zu saugen. Sie ernähren sich davon, es ist ihr Kraftstoff. Was sie nicht selbst verbrauchen, bringen sie ins Volk. Daraus machen die anderen Bienen dann den Honig.

Die Blüten produzieren den Nektar, um die Bienen anzulocken. Sie möchten sie damit „bestechen“. „Ich gebe dir Nektar, und du sorgst dafür für meine Bestäubung“. Das ist der Deal. Den Pollen (Blütenstaub) transportieren die Bienen bei ihren Blütenbesuchen von der einen zur anderen Pflanze, während sie selbst auf den Nektar scharf sind. Allerdings sammeln sie auch selbst den Pollen für sich und die Brut im Volk. Sie haben eine ausgeklügelte Vorrichtung an den Beinen, mit der sie den Pollen zusammenharken und anschließend transportieren können. Daher tragen die Bienen manchmal kleine runde „Kugeln“ an den Hinterbeinen. Die Farbe hängt von der Pflanze ab, die sie besucht haben. Auf dieser Seite lassen sich alle Farben den entsprechenden Pflanzen zuordnen.

Manchmal bekommen die Bienen noch anderen Nektar. Blatt- und Schildläuse ernähren sich von dem Saft der Bäume, auf denen sie sitzen. Da sie nur bestimmte Stoffe daraus für sich selbst brauchen, wird der „süße Abfall“ ausgeschieden. Er tropft dann auf die Blätter und wird von den Bienen aufgesaugt und nach Hause gebracht. Daraus entsteht der Waldhonig.

4. Schlafen Bienen?

Ja. Bienen brauchen Schlaf, sonst sind sie unkonzentrierter. Sie hängen sich irgendwo fest und lassen dann alles locker. Wissenschaftler vermuten, dass Bienen ebenso wie Menschen den Schlaf brauchen, damit sich das Gehirn regenerieren kann. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie hier.

5. Wie verständigen sich Bienen?

Bienen tanzen, um sich zu verständigen. Findet eine Biene bei der Suche eine lohnende Stelle innerhalb etwa 70m vom Volk, kehrt sie zurück und tanzt wie verrückt einen Rundtanz. „Leute, draußen gibt’s was“, soll das heißen. Was es gibt, können die Bienen an der Probe erkennen, die sie von der Tanzbiene bekommen.

Ist die Entfernung größer als 70m, kommt der Schwänzeltanz zum Einsatz. Bei ihm geben die Bienen „genau“ an, in welchem Winkel zur Sonne man losfliegen muss, wie lange man etwa unterwegs ist und was es dort gibt.

Macht die Biene, schwer beladen nach Hause gekommen, die Erfahrung, dass die anderen Bienen mit dem Nektar nicht viel anfangen können, weil vielleicht die Zeit fehlt, aus dem Nektar Honig zu machen, kann die Biene mit einem Zittertanz die anderen Bienen auffordern, nicht mehr los zu fliegen.

Ein Teil der Waben sind mit Duft chemisch als Tanzboden markiert. Außerdem sind die Waben dort nicht bis unten an die Rähmchen ausgebaut. Der Grund: lose Waben schwingen besser mit, und dann erkennen die Bienen den Tanz schneller.

Bienen erkennen sich am Geruch. Kommt eine fremde Biene in das Volk, wird sie mit den Fühlern „beschnuppert“ und nur hineingelassen, wenn sie bekannt riecht oder Nektar mitgebracht hat.

6. Wie pflanzen sich Bienen fort?

Aus eins mach zwei! Wenn ein Volk zu stark geworden ist oder das Pheromon, der Duftstoff der Königin nicht mehr für alle reicht, kommt es zu einem Schwarm. Die Königin hört auf, Eier zu legen und wird dadurch schlanker und flugfähig. Neue Königinnen (meist mehrere) werden in besonders großen Zellen gezüchtet. Kurz bevor sie schlüpfen, zieht die alte Königin mit teilweise mehr als der Hälfte des Volkes aus, sucht sich irgendwo einen Rastplatz, um dann sog. Spürbienen loszuschicken. Die suchen nach einem neuen Zuhause.

Haben sie einen gefunden, erzählen (s. Wie verständigen sich Bienen) sie den anderen Spürbienen davon. Besonders gute Stellen werden intensiver getanzt als schlechte Stellen.

Sind alle überzeugt, fliegt der Schwarm dorthin und gründet dort das neue Zuhause.

Im alten Volk ist die schnellste Königin geschlüpft. Wenn es noch viele Bienen sind, die schwärmen wollen, sucht noch ein Schwarm das Weite. Meistens aber bringt die Königin ihre Rivalinnen um und ist dann Königin. Nach 6 – 9 Tagen fliegt sie zur Begattung aus, und wenn sie im Volk da ist, geht’s weiter.

7. Warum sind Bienen so wichtig?

In Deutschland werden jedes Jahr 100 000 Tonnen Honig vernascht, das meiste davon wird importiert. Viel wichtiger aber als der Honig ist für uns die Bestäubungsleistung. Es gibt ja Pflanzen, die durch den Wind bestäubt werden und andere, bei denen das durch Insekten geschieht. Die Biene ist für die Bestäubung von etwa 80% aller Blütenpflanzen, die durch Insekten bestäubt werden, verantwortlich.

8. Der Körper der Biene.

Der Körper der Biene besteht aus 3 Teilen, dem a) Kopf, b) der Brust und c) dem Hinterleib.

a) Der Kopf enthält die wichtigsten Sinnesorgane – Augen, Ohren, Nase.

Die Biene hat 2 Facettenaugen und 3 Punktaugen. Sie kann Farben sehen, aber nur, wenn sie langsam fliegt, bei ca. 5 km/h. Bei normaler Geschwindigkeit – ca. 25 km/h – sieht sie nur schwarz/weiß, und das ziemlich verpixelt. Sie kann allerdings kein Rot sehen, dafür sieht sie UV-Licht, sie braucht dies u.a. für die Orientierung (Polarisation des Himmels).

Ohren und Nase hat die Biene keine, aber die Fühler übernehmen die Aufgaben mit. Eine Biene kann sogar riechen, woher ein Duft kommt. (Im Nebenjob werden versuchsweise Bienen zu Sprengstoffsuchern ausgebildet. Sie werden auf Sprengstoffdüfte dressiert, fliegen mit Sendern herum, landen beim Sprengstoff und markieren so die Stellen.) Die Fühler der Bienen sind echte Mehrzweckwerkzeuge: mit ihnen misst die Biene Temperaturunterschiede von weniger als 0,1° C, die Veränderung der Luftfeuchtigkeit und des Kohlenstoffdioxidgehaltes.

Im Kopf hat die Biene Drüsen, die im Laufe des kurzen Lebens aktiviert werden – Sekret der Futtersaftdrüse ist für die jungen Larven bestimmt, das Sekret der Mandibeldrüse macht das Wachs geschmeidig.

b) Die Brust –Thorax – besteht aus 3 Segmenten, jedes mit einem Beinpaar – macht also 6 Beine. Außerdem sitzen dort die 2 Flügelpaare, die beim Flug zusammengehakt werden. Die Flügel der Biene können bis zu 240 mal pro Sekunde bewegt werden. Wenn die Biene die Flügel auskoppelt und dann die Muskulatur bewegt, sieht das aus wie Zittern. Damit heizt sie sich auf und gibt die Wärme an die Brut oder im Winter an das Volk weiter.

c) Der Hinterleib – Abdomen – enthält die Honigblase, den Darm und die Kotblase, das Herz, Luftsäcke und Blut, die Geschlechtsorgane (bei Arbeiterinnen verkümmert) und den Stachel.

9. Wissenswertes:

  • Für 100g Wachs schwitzen die Bienen 125 000 Wachsplättchen aus, dafür verbrauchen sie
  • 1 kg Honig und 100g Pollen.
  • Eine Biene wiegt 0,1g.
  • Eine Trachtbiene sammelt 40µl Nektar und 20mg Pollen und befliegt dafür 300 Blüten. (µ bedeutet „micro“ und meint 1 Millionstel Liter – nimm einen Liter, teile ihn in 1000 Teile, nimm ein Teil davon und teile es wieder in 1000 Teile = µ)
  • Im Winter wird es in der Wintertraube, da wo die Königin ist, nie kälter als 10° C.
  • Im Brutnest sind es zwischen 33° und 36°.
  • Ein Volk mit 50 000 Arbeiterinnen sammelt pro Tag 3 – 5 kg Nektar.
  • 3 kg Nektar ergeben 1 kg Honig, dafür fliegen die Bienen 10000 Ausflüge und besuchen
  • 14 000 000 Blüten.
  • Bienen fliegen rund 85 km pro Tag, es können bis zu 175 km werden.